Jürgen Peetz - mein Weg zum Familienanwalt

Geboren bin ich im Jahre 1955 in Hildesheim und mit zwei Geschwistern an verschiedenen Orten in Niedersachsen aufgewachsen. Unsere Eltern hatten als Folge des Weltkrieges ihre Heimat und Hab und Gut verloren und bemühten sich, uns Kindern eingebettet in christliche Grundwerte alles zu geben, was sie konnten, insbesondere Geborgenheit und Wärme in der Familie und den Anschub für qualifizierte Berufsausbildungen. Dieses Vorbild meiner Eltern hat mich geprägt.

 

Als Leichtathlet lernte ich meine Jugendliebe Christine kennen, die mit mir nicht nur durch Dick und Dünn gegangen ist, sondern mir auch frühzeitig das Gedankengut der Frauenemanzipation nahe gebracht hat. Nach dem Abitur jobbten wir, um dann mit Zelt und Rucksack durch einen Teil Westeuropas zu ziehen. Das schweißte uns fest zusammen und überstand auch die Trennung während meiner Wehrdienstzeit. Wir gingen gemeinsam in das eingeschlossene West-Berlin und heirateten. Ich studierte Jura, versorgte unseren kleinen Haushalt und versuchte, meiner Frau ein wenig in ihrer ersten Lehrerstelle in Berlin-Neukölln behilflich zu sein, nahm an Schulveranstaltungen und Klassenfahrten teil. In den Schul- und Semesterferien waren wir  im Sommer mit Zelt und im Winter mit Skiern in Europa unterwegs. Im fortgeschrittenen Studium betreute ich für einige Zeit das neugeborene Mädchen einer gemeinsamen Freundin, die sich beruflich keine Auszeit dafür nehmen konnte. Meine Frau und ich wünschten uns auch Kinder. In der Endphase meines Studiums wurde unsere Tochter Friederike geboren und ich ging als Vater in die Prüfungen zum 1. Staatsexamen. Während der Referendarzeit wurde unser Sohn Alexander geboren. Beiden Kindern widmeten wir so viel Zeit wie möglich.

 

Als ich nach dem Assessorexamen in einer renommierten Rechtsanwalts- und Notarkanzlei eine Anstellung fand, hat mir der tägliche enge Kontakt zu meinen Kindern sehr gefehlt, so dass ich mich entschloss, die gute berufliche Ausgangsposition zu Gunsten der engen Beziehung zu meinen Kindern aufzugeben, und lies mich als Rechtsanwalt in eigener Kanzlei selbständig nieder und richtete darin ein Kinderzimmer ein. Diese Entscheidung brachte mir den Mandantenzulauf im Familienrecht, weil sich herumsprach, dass ich auch tatsächlich von Familie etwas verstand. Meine Kinder nahm ich in den ersten Jahren notgedrungen zu zahlreichen auswärtigen beruflichen Terminen mit, was die Ergebnisse meiner beruflichen Arbeit nicht verschlechterte aber den Kindern Einblick in mein berufliches Wirken gab. Wir trainierten  gemeinsam Wettkampf-Leichtathletik und spornten uns gegenseitig an. Als Leichtathletikfamilie sind wir bekannt geworden. Meiner Familie habe ich es zu verdanken, dass ich noch im Seniorenalter Medaillen bei Deutschen Meisterschaften gewinnen und einmal im Nationaltrikot bei Europameisterschaften starten durfte.

 

Aus den Erfahrungen meiner Kinder heraus stellte sich meine Kanzlei als Anlaufstelle für jugendliche Opfer von Gewalttaten zur Verfügung und als Vorsitzender des Schulelternrates initiierte ich gemeinsam mit anderen Eltern und interessierten öffentlichen Einrichtungen das Schulprojekt „gewaltlos der Gewalt zu Leibe rücken“. Meine Kinder motivierten mich, eine Periode (fünf Jahre) in einigen wichtigen Entscheidungsgremien der evangelisch-lutherischen Kirche meines Kirchenkreises mitzuarbeiten.

 

Als Rechtsanwalt wurde ich in Familienstreitsachen immer häufiger nachgefragt, so dass ich im Deutschen Anwaltverein die Arbeitsgemeinschaft Familienrecht mit gründete. Im Frühjahr 1997 erhielt ich als einer der ersten Rechtsanwälte die Zulassung als Fachanwalt für Familienrecht.

 

Parallel dazu begann ich, im Rahmen meines beruflichen Wirkens zunehmend außergerichtliche Wege zu gehen und belegte einen der ersten von der Deutschen AnwaltAkademie angebotenen Mediationslehrgänge. Das Spektrum des Familienrechts habe ich weiter ausgeschöpft und Menschen nicht nur in Ehe- und Familienkrisen beigestanden, sondern mich auch frühzeitig mit der Lebensphase befasst, in der wir auf den Beistand anderer angewiesen sind. Aufgrund der sich aus meiner beruflichen Arbeit ergebenden Erkenntnisse habe ich betreuungsvermeidende Vorsorgeverfügungen entwickelt und erprobt und auch gemeinsam mit Angehörigen anderer Berufsgruppen zahlreiche Vorträge und Informationsveranstaltungen zu diesem Themenbereich abgehalten. Damit einher ist die Planung und Gestaltung der Nachfolge nach unserem Ableben gegangen. Neue Ideen hat mir dazu das Ergänzungsstudium Estate Planing an der European Business School gebracht.

 

Im dritten Jahrzehnt meiner anwaltlichen Selbständigkeit habe ich für eine Wahlperiode den Vorsitz des Berufsverbandes der Haushaltführenden übernommen, um den Verband vor der Auflösung zu bewahren, und in diesem Rahmen habe ich zahlreiche Veranstaltungen zu Familienthemen organisiert und Kontakte zu Menschen aus dem familienpolitischen Verantwortungsbereich geknüpft. Zeitgleich habe ich das Unternehmernetzwerk Familie und Wirtschaft für den Landkreis Hildesheim mit gegründet, um familienfreundliche Arbeitsbedingungen in Betrieben zu fördern und familienfreundliche Betriebsgründungen zu unterstützen.

 

Nicht zu letzt aufgrund der zahlreichen Krisen und Konflikte auf unserem Planeten habe ich mir aktuell und für meine weitere Zukunft vorgenommen, die Kompetenzen, die ich hier vor Ort bei der Lösung von Konflikten durch Kooperation anstatt Konfrontation erworben habe, auch außerhalb Deutschlands im Rahmen internationaler Friedens- und Entwicklungsarbeit einzubringen. Die Motivation kam wiederum aus meiner Familie von meinen inzwischen längst erwachsenen Kindern, die in unterschiedlichen Bereichen für einige Zeit Verantwortung auch außerhalb unserer nationalen Grenzen übernommen und mir dazu zahlreiche Einblicke gegeben haben. Gemeinsam arbeiten wir auch an Geschäftsideen für Bereiche des transnationalen Wirtschaftsrechts.

Jürgen Peetz
Rechtsanwalt
Fachanwalt für Familienrecht

AnwaltMediator (DAA)

Notar (1992 bis 2014)


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